Lasagnequilt

Beim Nähen probiere ich gern Neues aus.

Vor einiger Zeit war der sogenannte Lasagnequilt in aller Munde. Lasagne ist der Namensgeber, weil für diesen Quilt viele schmale Stoffstreifen wie die Nudelblätter und Füllungen schichtweise aufeinander folgen. Es gibt da auch Nähmethoden, mit denen man ein Top superschnell fertigstellen kann. Man benutzt da eine Jelly Roll oder ein fertiges Lasagne-Paket.

So habe ich es natürlich nicht gemacht.

Ich habe mit dem Streifen schneiden angefangen. Einige schwarze Hosen, Röcke, Blusen und Hemden wurden zerschnippelt (mit dem Rollschneider auf 6,5 cm Breite) und, ach ja, eine graue Bluse und zwei rot gefärbte Hemden, die vorher rosa waren.

Diese Streifen habe ich dann wiederum zerstückelt und dann wieder zusammengenäht, um ein bisschen mehr Abwechslung in den Quilt zu bekommen. Und zwar alle Streifenstückchen zu einem langen, langen, laaaaaaangen einzelnen Streifen von 6,5 cm Breite.

Schließlich habe ich diesen in 1,40 m lange Stücke geteilt. Das war die geplante Breite. Die einzelnen Streifen mussten nun so angeordnet werden, dass ein hübsches, lebendiges Bild entsteht.

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Dann ging es ans Nähen der Streifen, immer an der Längsseite entlang, immer zwei zusammen, dann die 2er Streifen zu 4er Streifen und immer so weiter, bis das Top komplett war.

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Es wurde am Ende ca. 1,50 m lang.

Als Batting kam ein großes, altes, aber flauschiges Flannell-Laken zum Einsatz (die Decke sollte nicht so dick werden), als Rückseite eine ererbte einfarbige Bettwäsche, als Binding ein schwarzes Satin-Schrägband.

Mein erster Lasagnequilt – hier mit Falten, denn ich habe ihn erst nach dem Verschenken fotografiert…

Diese Farbwahl entspricht  den Vorlieben des Paares, denen ich diese Decke zu Weihnachten geschenkt habe. Die beiden haben sich sehr gefreut.

Und mein Upcycling-Stapel ist wieder ein bisschen kleiner geworden.

Liebe Grüße aus Z. am See

Dorit

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The Billionaires Club

In der Schweiz findet man viele vom internationalen JetSet besuchte Orte: St. Moritz, Zermatt, Verbier…  aber Gstaad spielt mit seinem diskreten Luxus in einer anderen Liga.

Zehn idyllische Chalet-Dörfer (in der Region wir nur im Chalet-Stil gebaut) vereinen sich mit schickem Charme zur Gemeinde Gstaad mit ca. 6.000 Einwohnern. Spitzen-Hotellerie, ausgezeichnete Shopping-Möglichkeiten und mehr als eintausend Veranstaltungen im Jahr ziehen Promis und Familientouristen gleichermaßen ins Saanenland. So hat hier z.B. Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone ein eigenes Hotel.

Gstaad ist perfekt erreichbar,

ein kleiner Flughafen für Eilige, mit der Bahn für Genießer und mit dem Auto für Erlebnishungrige.

Unser erster Eindruck vom Ort – es sieht aus wie gemalt: Berge, Bäume, ein gurgelnd plätschernder Bach mit glasklarem Wasser, friedlich grasende Kühe und freundliche Menschen – hier hat der liebe Gott wirklich perfekt gearbeitet.

Der Golfplatz Gstaad

Die Fahrt zum Golfplatz bestätigt diesen Eindruck: Die 18-Loch-Golfanlage schmiegt sich in 1400 m Höhe an den Berghang und ist von einen Naturschutzgebiet mit Flachmoor umgeben – Traumkulisse inklusive.

Der Platz wurde 1959 als 9-Loch-Anlage (Par 37) konzipiert und 1962 eröffnet. Erst 37 Jahre später wurde dann der lang gehegte Wunsch Wirklichkeit, 1999 wurden die zweiten Neun eingeweiht und nach diversen Sturmschäden und Umbauten ist die Anlage seit 2003 mit 18 Loch/Par 70 bespielbar. Der Club hatte jahrelang recht strenge Aufnahmeregeln, eine Zahl von 500 Mitgliedern sollte nicht überschritten werden, deshalb auch der leicht spöttelnde Name „Billionaire Club“. Seit 2016 werden wieder verstärkt Neumitglieder aufgenommen, aktuell hat der Club 675 Mitglieder aus 20 Ländern.

Unter dem neuen Präsidenten Philippe Werren und seinem ebenfalls neuen Clubmanager Ronnie Zimmermann werden auf den zweiten neun Löchern zur Zeit umfangreiche Umbauten vorgenommen. Wir konnten uns schon Teile des neuen Layouts ansehen und spielen.

Der Kurs beginnt mit einen langen und schönen Par 5, links begrenzt vom einzigen wirklichen Wasserhindernis des Platzes. Kaum ist man da durch schließen sich die kurzen Löcher 2 und 3 an und man denkt: ist ja easy. Doch an Loch vier die erste Bergüberraschung, ein starkes Gefälle nach links und der Ball läuft und läuft und … in den dichten Bergwald ohne Chance auf Rettung!  So kamen noch einige ungeplante Ballverluste.

Für Flachland-Genußgolfer wie mich waren die zweiten Neun eine wirkliche Herausforderung, das Auf-und-Ab in der Höhe und auch der dem Gefälle folgende Ball machten einige Umwege notwendig. Besonders beeindruckend ist die Bergkulisse mit dem Ausblick auf das Rüblihorn, das auf Bahn 7 und 14 quasi als Richtungsgeber zur Fahne fungiert. Wir haben für die ersten 9 Löcher rund 3 Stunden gebraucht, für die zweiten sogar etwas länger.

Dafür entschädigt das Clubhaus mit seinem Restaurant:

Der Chef kocht selbst: 18 Punkte Koch Robert Speth
Der Chef kocht selbst: 18 Punkte Koch Robert Speth

14 Gault-Millau-Punkte hat das Restaurant vom 18-Punkte-Koch Robert Speth. Der gebürtige Deutsche führt in Gstaad übrigens das Restaurant Chesery, ein Besuch lohnt sich! Für seine Gäste zaubert der Meister auch gern selbst und kommt zum Plausch mit auf die Club-Terrasse.

Jeden Mittwoch gibt es das Club-Special: 18-Loch-Greenfee mit 4-Gang-Menu Surprise für 140 CHF (Anmeldung erbeten).

Im Club angesiedelt ist natürlich auch ein Proshop und die Golf Academy von Bruno Herrmann mit den beiden Pros Graham Townhill und Christian Lüdemann.

Viele Hotels bieten Übernachtung und Greenfee in Kombination an.

Grand Hotel Park*****+
Grand Hotel Park*****+
Perfekter Startpunkt für einen Golfurlaub. Vom Stadtzentrum 5 Gehminuten entfernt bietet das Haus hervorragenden Service. Empfehlenswert ist ein Besuch des argentinischen Restaurants „Chubut“ mit dem historischen Fahrstuhl. Der Indoor PGA Tour Surround Golfsimulator stimmt ein auf golferische Herausforderungen, die einen erwarten. Das Golfteam kümmert sich auch um Startzeiten im benachbarten Club.

Ein besonderes Highlight stellt das Grand Hotel Park seinen Gästen zur Verfügung. Im Untergeschoß befindet sich der Indoor PGA Tour Surround Golfsimulator. Golf Pro Frédéric Dauchez bietet Trainerstunden mit Schwunganalyse für bis zu 4 Personen.

Schwunganalyse im Golfsimulator, rechts Pro Frédérick Dauchez
Schwunganalyse im Golfsimulator, rechts Pro Frédérick Dauchez

Aber die Anlage kann noch viel mehr! Über 900 Top-Kurse aus aller Welt können gespielt werden, verrückte Wetterbedingungen inklusive. Wir haben uns einen Traum erfüllt und den Old Course in St Andrews gespielt. Für einen verregneten Nachmittag oder eine Golfrunde nach der Ski-Abfahrt im Winter ein tolles Alternativprogramm.

A propos Alternativprogramm:

IMG_5250Gstaad hat über 1.000 Veranstaltungen auf dem Jahreskalender, von Sportveranstaltungen wie dem Tennisturnier Crédit Agricole Suisse Open, dem FIVB Beach Volleyball World Tour, dem Hublot Polo Gold Cup über weltberühmte Festivals wie dem Menuhin Festival Gstaad (Das Gstaad Menuhin Festival findet 2017 vom 13. Juli bis 2. September statt.) oder dem Sommets Musicaux de Gstaad. Ende September findet alljährlich die Country-Night Gstaad statt, dieses Jahr schon zum 28. Mal.

Darüber hinaus finden sich in der Region unzählige Möglichkiten für Outdoor-Aktivitäten: Kutschfahrten, Bergwanderungen oder Gleitschirmfliegen im Sommer und jede Art von Schneespaß im Winter. Wer auf Schnee und Eis auch im Sommer nicht verzichten möchte, dem sei ein Besuch auf dem Glacier 3.000 empfohlen.

107 m lang freischwingend zwischen den Gipfeln
107 m lang freischwingend zwischen den Gipfeln

20 Autominuten von Gstaad entfernt befindet sich der „Eingang“ zum einzigartigen Gletscherskigebiet auf ca. 3.000 m. Von der Talstation Reusch (1350 m) oder Col du Pillon (1546 m) geht es mit der Seilbahn auf die Zwischenstation Cabane (2525 m) und von dort weiter zum Scex Rouge (2940 m). Dort beginnt die 107 m lange Hängebrücke Peak Walk by Tissot zum Aussichtspunkt auf 2971 m – atemberaubend. Bei guten Wetter sieht man das gesamte Alpenpanorama mit Dent Blanche, Matterhorn, Mt. Collon, Eiger, Mönch, Jungfrau und Mont Blanc am Horizont.

Zum Erholungsgebiet zählen weiter ein Alpine Coaster (höchstgelegene Rodelbahn der Welt), Glacier Walk, Snow-Bus-Fahrt, Hundeschlitten-Fahrten, Fun Park (Schlittenfahren), Gleitschirm-Startplätze und natürlich die Sonnenterrasse und Restaurants.

Das gesamte Gebiet ist ganzjährig geöffnet, die Seilbahnen fahren von 9.00 Uhr früh bis 16.50 Uhr im Sommer bzw. 16.30 Uhr im Winter.

Gstaad – eine Traumdestination in Mitteleuropa.

Pure & Crafted Festival 12./13. August 2016

– Ausverkauft – Ausverkauft – Ausverkauft – so stand es schon am frühen Freitag nachmittag über dem Ticket-Zelt am Haupteingang. 8000 Besucher kamen, um die zweite Ausgabe des Pure&Crafted Festivals presented by BMW Motorrad zu feiern.

postbahnhof

Die zwei Tage im Berliner Postbahnhof standen ganz unter der einzigartigen Kombination aus Maschinen, Motoren, Music und Allem, was Männern Spaß macht.

Nein, die Frauen wurden nicht ausgegrenzt, im Gegenteil: Mit den „Curves“ war ein PS-starker ‚Womans only‘-Club für motorradfahrende Frauen als Präsenter der Eventreihe ‚Petrolettes‘ und dem ‚Technikkurs für Moto Girls‘ mit voller Frauenpower in der Wheels Area unumgängliches Highlight.

shavingMänner kamen dafür unters Messer: die Firmen OAK und Mühle Shaving haben die Barber-Shop-Tradition hochleben lassen und boten Haar- und Bartpflege vor Ort – Nassrasur mit Rasiermesser inklusive.

 

 

Das Angebot an hochwertigsten Lederwaren, Jeans, T-Shirts und tausend anderen tollen Dingen war ebenfalls sensationell: handcrafted und aus feinsten Rohmaterialien präsentierten über zwanzig Unternehmen „Will-ich-haben“-Produkte.

Echte Hingucker in der Wheels Area waren die Custom-Bikes, an denen live und teils unter freiem Himmel geschraubt wurde. BMW hatte allerlei Schätze aus München mitgebracht und Motorrad-Enthusiasten wie Urban Motor, Berham Customs (beide Berlin) oder Temple Choppers aus München waren mit individuellen Schmuckstücken angereist. Die junge Generation wurde im eigens eingerichteten Zwergenland auf die Schrauber-Karriere von Morgen eingestimmt – also ein Event für die ganze Familie.

Kulinarisch wurde einiges ungewöhnliches präsentiert: HotDogs aus Entenfleisch im schwarzen Brötchen oder der neuentwickelte Burrito-Becher – sehr lecker! So präsentiert sich eben auch der New Heritage Lifestyle – individuell, handcraftet und beste Zutaten auch beim Essen und Trinken. Apropos Trinken: mit Bulleit Frontier Whiskey war auch hier Genuß und Tradition vertreten.

Passend und hochklassig war auch die Musik: Drei Bühnen mit fast 20 Bands sorgten für ordentlichen Wellengang im Getränk.

„Mando Diao“ und „Noel Gallagher’s High Flying Birds“ als Top-Acts an den beiden Abenden, flankiert von der „Band of Skulls“ (Freitag) und „Tricky presents ‚Skilled Mechanics'“(Samstag) auf der Hauptbühne brachten die 8.000 Fans auf Touren.

Vom Freitag-Nachmittag an wurde auf der Clubstage ein abwechslungsreiches Band-Karussell gestartet. Mein persönlicher Favorit war Tim Vantol – bei seinem ‚If We Go Down, We Will Go Together‘ ließen begeisterte Fans und der Folk-Rocker auf der Bühne die Halle beben.

Auf der kleinen Bühne unter dem Motodrom waren Berliner Nachwuchsbands aus dem Netzwerk „Berlinmusiker“ zu erleben – abwechslungsreiche Kost auf die Ohren also.

Abgerundet wurde die zweite Ausgabe des Pure&Crafted-Festivals durch das Pure&Crafted Cinema by NY Motocycle Film Festival mit über einem Dutzend Kurzfilme, darunter mehrere ausgezeichnete Short-Movies. (Für Kurzentschlossene: Das NY Motocycle Film Festival findet vom 14.-17. September in New York statt!)

Das Pure&Crafted Festival wird also auf jeden Fall fortgesetzt, wie Michael Trammer, verantwortlicher Projektmanager bei BMW Motorrad, auf der Pressekonferenz sagte. Einziger Wermutstropfen: Das tolle Festival-Gelände am Berliner Postbahnhof ist dann wohl zu klein geworden und Mensch und Maschine müssen ein neues Ziel anrollen.

Noch ein wichtiges Anliegen für alle Männer: Die Movember Foundation – im Auftrag der Männergesundheit – war wieder als offizieller Charity-Partner an Bord: Lass deinen Mo 30 Tage lang wachsen. Tu es für die Gesundheit von Männern.

Porsche 718 Boxter S

Da ist er, 4,38 m lang und an den seitlichen Lamellen sofort als Mittelmotor-Sportwagen zu erkennen.

Wir testen den Boxster S mit 2,5-l-Triebwerk, freundlich zur Verfügung gestellt vom Porsche-Zentrum Leipzig.

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Porsche 718 Boxter S

Die Frontansicht ist porschetypisch mit kleinen Differenzierungen zu seinen Brüdern: schmale Bugleuchten über den seitlichen Lufteinlässen, abgerundete BiXenon-Hauptscheinwerfer (oder wahlweise LED-Hauptfahrscheinwerfer mit 4-Punkt-Tagfahrlicht) und 19-Zoll-Räder unterstreichen die maskuline Linienführung. Die Heckpartie wird vom Porsche-Schriftzug und dem mittigen Doppel-Endrohr akzentuiert – hier sieht jeder sofort den Straßen-Sportwagen.

718-07Der Innenraum bietet großzügigen Platz für zwei Personen. Belüftete und beheizbare Ledersitze, Sportlenkrad, Porsche Communication Management – alles proschetypisch mit ein paar neuen Funktionen. Die Kopplung mit dem Telefon funktioniert in weniger als 5 Sekunden, Apple Carplay 718-08ist aktiv. Beim Aussteigen erinnert der 718 freundlich an das gekoppelte Telefon, damit es nicht liegenbleibt. Das Navigationsmodul ist kinderleicht zu bedienen und alle Kartenupdates sind für 3 Jahre inklusive.

Dann drehen wir den Schlüssel und die 350 PS erwachen grummelnd. Unser 718 Boxster S ist mit dem 7-Gang-Automatic-Doppelkupplungsgetriebe PDK ausgestattet – butterweiches Schalten ohne Spurtunterbrechung machen riesigen Spaß. In das rechte Display werden die Verkehrzeichen eingeblendet und unter dem Drehzahlmesser ist eine digitale Geschwindigkeitsanzeige – diesen Porsche kann man leicht regelkonform im Straßenverkehr bewegen. Das Verdeck wird in knapp vier Sekunden hinter den Sitzen verstaut (bis 60 km/h ist das möglich) und dann gehts raus zum Golfplatz.718-22

Der 718 bietet zwei Kofferräume – 150 l vorn und 125 l hinten. Durch die breitere Form hinten passt ein Golfbag mit Eisensatz so gerade eben in den Hinteren hinein. Wir haben die Driver dann hinter den Fahrersitz gestellt – Problem gelöst!

718-15Der neue 4-Zylinder-Motor dominiert und ist allgegenwärtig – freundlich blubbernd beim gemütlichen Cruisen auf der Landstraße und giftig brüllend beim Spurt auf der Autobahn-Auffahrt. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 285 km/h angegeben – das glauben wir jetzt einfach mal!

718-20Die Bremsanlage, teilweise übernommen vom 911 Carrera, ist weich und feinfühlig dosierbar, packt im Bedarfsfall aber mörderisch zu.

Ein weiteres Highlight ist die Schubabschaltung: schon beim Heranrollen an die rote Ampel verstummt der brummelige Hornissenschwarm, um beim Loslassen des Bremspedals sofort wieder Loszugrollen. Die variable Turboladergeometrie spannt den Turbo vor, so dass brutale 420 Nm Drehmoment beim geringsten Druck auf das Gaspedal voranschieben.

Aufgeräumt und unspektakulär präsentiert sich das Armaturenbrett: der große Drehzahlmesser dominiert mittig, links flankiert vom Tacho, rechts ein Multifunktionsdisplay mit Navi, Radio, Reifendruckanzeige… und als besonderes Gimmick eine G-Force-Anzeige. Leider sind wir keine ausgebildeten Rennfahrer, auf unserer Testfahrt bewegte sich der kleine orange Punkt kaum über die 0,3 g-Marke hinweg.

Alles in allem ist der 718 genau der Sportwagen, der er sein will: deutsche Ingenieurskunst für Leute mit Benzin im Blut.

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Technische Daten:

Maße: 4.379 lang, 1994 breit, 1281 hoch

Motor: 4-Zyl-Boxer, 2-l bzw. 2,5-l (Boxster S)

Wendekreis: 11 m

Gewicht: 1.335 (Schaltgetriebe) 1385 (S mit PDK)

Beschleunigung:

Boxster: 0-100 4,9 s (PDK) / 0-200 17,8 s (PDK und Launch Control)

Boxster S: 0-100 4,4 s (PDK) / 0-200 14,7 s (PDK und Launch Control)

Verbrauch: 7,4 l / 8,1 l (unsere Testfahrt 17,6 l)

Preise: ab 68.000

Kimono-Tee… ja, jetzt auch ich. Aus Webstoff.

Bei so vielen hat man schon gelesen über das Kimono-Tee. Und auch bei mir lag der Schnitt schon eine Weile auf dem Nähtisch, geklebt, aber nicht ausgeschnitten.

Nachdem ich letztes Jahr mehr so praktische Dinge genäht habe, wie Taschen, Beutel, Kissen, und meine superpraktische Schlafbrille, dachte ich nun, ich trau mich mal an Kleidung. Ich habe lange überlegt, mit welchem Schnitt und Stoff ich anfangen könnte.

Das Kimono-Tee hat schließlich gewonnen, denn es hat nur zwei Schnitt-Teile, nur einfache Nähte (nichts Gekräuseltes, Eingehaltenes, Gefaltetes, bitte weitere Nähkomplikationen hier ergänzen …………) und der Schnitt geht über das übliche „nur bis Größe 42!“-Angebot hinaus.

Die Stoff-Frage war da doch etwas komplizierter zu beantworten.
Für’s Kimono Tee wird Jersey empfohlen. Aber ich und dehnbare Stoffe nähen? Auf meiner 25 Jahre alten Singer, die nur Geradeaus- und Zickzack-Stich kann? Und überhaupt, ich habe gar keine Jerseystoffe.

Allerdings lag da ein Polytierchen mit Crinkle-Effekt schon seit etwa 2009 in meinem Schrank. (OK, in der Kiste mit den Stoffen für: wenn ich mal viel Zeit habe, fange ich mit dem Nähen wieder an.)

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Ich hatte es mal gekauft für ein Burda-Kleid, das in der Brigitte vorgestellt wurde. Ein Karstadt-Wühltisch-Fund in Marine und Weiß. Doch bei näherer Betrachtung war mir das Muster für ein ganzes Kleid dann doch zu … intensiv, vornehm ausgedrückt.

An einem gänzlich unverplanten Samstag ging ich ans Werk. Vorsichtshalber noch mal Maße genommen, Bequemlichkeits-Zugabe dazu gerechnet (Webstoff!!!), Schnittbogen mit Nahtzugabe versehen und ausgeschnitten.
Mutig den Stoff angeschnitten, auf Stoffresten die Fadenspannung getestet (ein Glück, dass ich das gemacht habe, der Crinkle-Stoff war eine Diva!), gesteckt und losgenäht.

So weit, so gut.
Erste Anprobe, unversäumt.
Anziehen: Klappt.
Bewegen: Funktioniert.
Aber: Der Halsausschnitt – ich kam mir beinahe stranguliert vor!  Dabei hatte ich schon die tiefste Linie aus den kleinsten Größe im Zuschnitt gewählt! (Könnte natürlich auch am Stoff liegen, Strickstoffe fallen da sicher weicher)
Also habe ich das Shirt wieder ausgezogen, die Vorderseite in den Stoffbruch gelegt und mit der 45°-Linie des Quilt-Lineals mutig einen V-Ausschnitt hergestellt.

Zweite Anprobe, unversäumt: Das war viiiiel besser.

Ab zum Säumen, Halsbündchen dran, Versäubern und fertig!

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Mir gefällt mein Kimono Tee richtig gut und ich trage es gerne. Trotz des Polyester-Stoffes ist es luftig genug für sonnige Tage.
Einziger Kritikpunkt/Verbesserungsvorschlag (an mich selbst): den Halsausschnitt finde ich zu weit/zu breit. Ich mag es nicht, wenn die Träger rausblitzen. Wenn ich eine Schultertasche trage, ist das mit diesem Shirt leider unvermeidlich.

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Doch ansonsten bin ich ganz stolz auf mich. Und auch Komplimente durfte ich schon sammeln. Jetzt brauche ich nur noch ein paar passende Schuhe zu diesem Schmuckstück. Wie man die selber macht, kann man übrigens heute bei  RUMS (Beitrag 211) entdecken.

Jetzt reihe ich mich mit meinem Kimono Tee dort ein.

Liebe Grüße aus Z. am See

Dorit

Schnitt: Kimono-Tee. Maria Denmark Freebook (für Newsletter-Anmeldung)
Änderung: mit Webstoff statt Jersey, V-Ausschnitt
Stoff: Poly-Webware mit Crinkle, leicht querelastisch

verlinkt mit:
RUMS

Unentdeckte Juwelen inmitten des Atlantiks

Den meisten Europäern sind die Azoren nur als Namensgeber für wetterbestimmende Hochdruckgebiete bekannt. Dabei gibt es auf den neun Inseln, die als autonome Region zu Portugal und damit zur Europäischen Union gehören, so viel zu entdecken!

Vulkanische Steilküste bei Agua de Pau

Der Archipel der Azoren liegt am Mittelatlantischen Rücken an der Plattengrenze zwischen der Europäischen, der Afrikanischen und der Nordamerikanischen kontinentalen Platte und ist vulkanischen Ursprungs. Jede der Inseln hat dabei einen ganz eigenen Charakter. Allen gemeinsam ist aber das ganzjährig milde, vom Golfstrom bestimmte Klima und die ausgezeichnete Erreichbarkeit in nur zwei Flugstunden vom portugiesischen Festland und rund vier Stunden von Frankfurt/Main mit regelmäßigen Linienflügen.

Wir durften die größte Insel des Archipels, São Miguel, für ein paar Tage kennenlernen.

Entstanden aus einer Reihe von Vulkanen, bietet São Miguel eindrucksvolle grüne Landschaften, postvulkanische Erscheinungen, bizarre Steilküsten und sandige Badestrände.

Laufen auf Lava
Laufen auf Lava

Ausgehend von der Hauptstadt Ponta Delgada sind alle Sehenswürdigkeiten über hervorragend ausgebaute Straßen in kurzer Zeit erreichbar.

Hafen Ponta Delgada
Hafen Ponta Delgada

Unser Besuch beginnt mit der Fluganreise mit der azorischen Fluggesellschaft SATA nach Ponta Delgada, der Hauptstadt der Insel und gleichzeitig Verwaltungssitz der Azoren.

sata

Der Flughafen ist klein, familiär und dennoch modern. Mit dem Bus geht es zunächst nach Agua de Pau an der Südküste der 62 km langen Insel. Unser Hotel Caloura Hotel Resort**** vereint die Vorzüge eines touristischen Ausgangspunktes in sich: günstige Lage im Mittelteil der Insel, direkt an der wildromantischen schwarzen Vulkanfelsenküste, umgeben von subtropischer Vegetation, in der Nähe von spannenden Kulturerlebnissen und mit schönen Bademöglichkeiten im Pool und in einer kleinen Badebucht.

Kakteengarten am Hotel Caloura
Kakteengarten am Hotel Caloura

Ein Ausflug nach Ponta Delgada, nur 17 Kilometer entfernt, lohnt sich auch noch am Abend. Die Altstadt bezaubert mit einer Vielzahl an historischen Gebäuden und dem dekorativen schwarz-weißem Pflaster der Gehwege.

Dekoratives Straßenpflaster
Dekoratives Straßenpflaster

Kleine Restaurants und Bars locken mit moderaten Preisen und freundlichen Menschen. Wir entscheiden uns für das Hotelrestaurant in der Alten Schule. Das Essen schmeckt hier hervorragend, die Weine sind sogar noch besser. In der Hotellobby befindet sich ein kleiner Museumsbereich, der das frühere Schulleben zeigt, und wenn man Glück hat, so wie wir, erzählt der Hoteldirektor aus der Zeit, als er selbst hier Schüler war.

Glockenturm im nächtlichen Ponta Delgada
Glockenturm im nächtlichen Ponta Delgada

Am nächsten Tag lernen wir das Innere der Insel kennen. Wir fahren an grünen Weiden mit kleinen Kühen vorbei, die Straßen schrauben sich höher, die Vegetation wird dichter. Nach etwa einer halben Stunde haben wir den Batalha Golf Club erreicht, einen der beiden Golfplätze auf São Miguel.

Batalha - Bahn 1

Er ist international zertifiziert und begeistert durch seine an die vulkanischen Hügel geschmiegte Lage, die immer wieder wunderschöne Ausblicke über die Insel bis hinunter zur Küste offeriert.

Zwar verregnet uns heute das Wetter das Golfvergnügen, doch tut das dem Genuss des schön angelegten Kurses mit seiner außergewöhnlichen azoreanischen Flora keinen Abbruch.

Die botanischen Besonderheiten der isoliert liegenden Insel lassen sich besonders gut im historischen Park Terra Nostra entdecken. Er befindet sich im Örtchen Furnas, inmitten des gleichnamigen Tals (Vale das Furnas), eigentlich ein Vulkankrater, mit noch immer brodelnden heißen und kalten Mineralquellen.

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Der seit 1775 bestehende Park beherbergt auf 12,5 Hektar nicht nur mehr als 2000 Pflanzen- und Baum-Arten, darunter preisgekrönte Magnolien und die für die Azoren typische Strelitzie, sondern auch ein aus natürlichen vulkanischen Quellen gespeistes 37° C warmes Thermalbad, dessen Wasser aufgrund des Eisengehalts kräftig rostrot gefärbt ist. Zugang zum Park erhält man durch das architektonisch interessante Art-Deco-Hotel „Terra Nostra Garden Hotel“.

Kochen im Vulkan
Kochen im Vulkan

Bevor wir hier im Restaurant „TN“ zu Mittag essen, dürfen wir noch die Zubereitung der örtlichen Spezialität „Cozido das Furnas“ miterleben. Dazu fahren wir mit dem Bus zum Kratersee „Lagoa das Furnas“, an dessen Ufer schweflige Dämpfe aus dem Erdboden wabern. Hier haben einige findige Azoreaner, allen voran Tony vom Restaurante Tony‘s, kleine Schächte in die aktiven Fumarolen gegraben, um die vulkanische Hitze zum Kochen zu benutzen. So werden also morgens große Töpfe mit Fleisch, Wurst und Gemüse gefüllt, in die Schächte hinabgelassen und mit Erde bedeckt. Gegen Mittag kommen die Köche zurück an den Kratersee, um das fertig gegarte Essen auszugraben und schnell mit dem Auto zum Restaurant zurückzubringen, wo es dann ganz normal am Tisch serviert wird.

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Überhaupt wird auf den Azoren auf gutes Essen besonderer Wert gelegt. Das bestätigt sich auch am Abend im Furnas Boutique Hotel. Dieses moderne Haus hinter historischer Fassade bietet in seinem mit offener Küche gestaltetem Restaurant lokale Köstlichkeiten wie Rote Bete mit Schmand und einheimischen Wildkräutern, fritierte Tintenfischarme auf Hirse oder Schweinefleisch auf Apfelmus-Senfsauce mit Ananaswürfeln. Dazu gibt es traditionell geschmorten Rotkohl und zum Abschluß als Dessert geflämmtes Baiser mit knusprigen Mandelkrümeln und einem frischen Sorbet.

Obwohl auch am folgenden Tag Regenwolken den Himmel bedecken, lockt uns die Neugier nach draußen. Mit dem Bus geht es auf die Nordseite der Insel. Dort befinden sich Europas einzige Teeplantagen.

Teeplantage Gorreana
Teeplantage Gorreana

Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts wird die echte Teepflanze Camelia sinensis hier angebaut. Mit dem Atlantik in Sichtweite, stetigem Wind und mildem Klima gedeiht der Tee hier ausgezeichnet und das ganz ohne Pflanzenschutzmittel! Die Firma Gorreanna hat ihre Produktionsstätte mit den historischen Verarbeitungsmaschinen für Besucher geöffnet und in der Art eines Hofladens kann man den schwarzen und grünen Tee direkt und gratis verkosten. Wer vom Geschmack begeistert ist, so wie wir, der kann gleich vor Ort aus den verschiedenen Sorten und Qualitäten wählen und preiswert einkaufen.

Fruchtige Liköre dekorativ abgefüllt
Fruchtige Liköre dekorativ abgefüllt

Das Wetter ist uns noch immer nicht wohlgesonnen, deshalb besuchen wir eine überdachte Attraktion: die Likörfabrik „Mulher de Capote“ öffnet ihre Tore ebenfalls für Besucher. Inmitten von hunderten großen Holzfässern lädt uns die Chefin selbst zur Verkostung solcher Verführungen wie Maracuja-Likör, „Queen of the Islands“-Schokoladenlikör und weiterer hochprozentiger Destillate aus Maulbeeren, Ananas, Bananen, und, und, und … Draußen steht noch der Weihnachtsbaum aus Likörflaschen.

Immer Weihnachten?

Am Nachmittag hat die Sonne ein Einsehen mit uns und schaut aus den Wolken hervor. Diese Gelegenheit nutzen wir, um in Ribeira Grande den Sandstrand Santa Barbara zu besichtigen. Umrahmt von schwarzen Vulkansteinen liegt eine schöne Badebucht vor uns ausgestreckt. Zwar ist gerade keine Saison, deshalb sind die kleinen Läden an der hölzernen Promenade geschlossen, aber auch so ist der breite Strand mit den flach anrollenden Wellen einen Spaziergang wert.

Panorama Sandstrand Santa Barbara
Panorama Sandstrand Santa Barbara

Leider war unser Kennenlernbesuch auf São Miguel viel zu kurz, und ungewöhnlich regnerisch. So bleibt für einen längeren Besuch, der wenigstens eine Woche lang sein sollte, noch vieles zu entdecken. Ganz besonders neugierig sind wir noch auf das Naturschutzgebiet Bacia das Sete Cidades mit dem Grünen und dem Blauen See, die ineinander übergehen, und den Lagoa do Fogo, ebenfalls ein Kratersee, und den warmen Wasserfall in der Caldeira Velha am Vulcao do Fogo. In Ponta Delgada lohnt sich der Besuch des größten religiösen Festes der Azoren „Festas do Senhor Santo Cristo dos Milagres“, das jedes Jahr fünf Wochen nach Ostern stattfindet. Die östliche Inselseite verspricht ursprüngliche Natur und spektakuläre Sonnenaufgänge über dem atlantischen Ozean.

Üppiges Grün

Wer seine Zeit auf der Ilha Verde aktiv verbringen möchte – so wird São Miguel wegen seines üppigen Grüns auch genannt – der kann die Geotope auf ausgewiesenen Wegen erwandern oder mit dem Fahrrad erkunden. Vielseitige Sportmöglichkeiten am, im und auf dem Wasser locken Taucher, Segler, Surfer und Gleitschirmflieger. Kajak- und Kanufahren sowie Canyoning ist an mehreren Orten auf der Insel möglich. Naturfreunde können vor der Küste Meeressäuger beobachten, und mehr als 200 Vogelarten sind auf São Miguel zu entdecken. Die vulkanischen Aktivitäten bescheren der Insel ca. 30 Varianten mineralhaltigen und therapeutisch nutzbaren Wassers, so dass man die Azoren auch für einen Wellness-Urlaub nutzen kann.

Insel-Urlaub mal 9
Insel-Urlaub mal 9

Und auch die anderen Inseln sind einen Besuch wert: Wassersport und Wandern sind auf allen Inseln möglich und auf jeder entdeckt man andere Ausprägungen der vulkanischen Entstehungsgeschichte.

Santa Maria gehört mit São Miguel zur Östlichen Gruppe. Sie hat einen weißen Strand Praia Formosa, eine einzigartige rote Sandwüste und die Columbus-Bucht zu bieten – hier machte einst Christoph Kolumbus Station auf der Rückreise von Amerika. Auch gibt es Fossilien zu entdecken.

Die Zentralgruppe der Azoren besteht aus fünf Inseln:

Terceira ist eine eiförmige Insel mit Vulkanhöhlen und einem Golfplatz.
Graciosa ist klein, hier findet man begehbare Vulkanschlote und natürliche Thermalschwimmbecken.
São Jorge ist langgezogen wie eine Speerspitze und berühmt für seinen Käse, Kaffee und als Vogelheimat.
Auf Pico befindet sich der gleichnamige höchste Berg Portugals, ein Schichtvulkan, und hier wird Wein angebaut. Empfehlenswerte Orte sind hier das Walfangmuseum, und Lavatunnel, in denen man wandern kann.
Faial gilt als einer der besten Tauchspots der Welt und hat im Zentrum eine spektakuläre Caldera.

Die Westgruppe, bereits auf der amerikanischen Kontinentalplatte befindlich, besteht aus Flores und Corvo. Flores fasziniert mit großartigen Felsformationen und Wasserfällen.
Das winzige Eiland Corvo hat nur 17,1 Quadratkilometer Fläche und besteht eigentlich nur aus einem weiten Vulkankrater und dessen Flanken, bietet aber unglaubliche Aussichten.

Traumziel Azoren
Traumziel Azoren

Die Azoren sind als Urlaubsziel unbedingt zu empfehlen. Die Inselgruppe ist für nachhaltigen Tourismus in Küstengebieten mehrfach international ausgezeichnet worden und gilt als eine der 10 besten Destinationen weltweit. Ich werde die Azoren auf jeden Fall noch einmal und dann mit viel mehr Zeit besuchen!

Eure Dorit

Dieser Artikel erschien zuerst in der Printausgabe der „Bonnes Vacances“ Frühjahrsausgabe 2016

 

El Gouna – Life as it should be

El Gouna (ägyptisch für ‚Die Lagune’) ist eine künstlich angelegte Lagunenstadt, ca. 25 km nördlich von Hurghada entfernt direkt am Roten Meer.

Die Stadt wurde ab 1989 komplett neu errichtet und dabei nach neuesten ökologischen und sozialen Gesichtpunkten in die wunderschöne Landschaft integriert. El Gouna besteht aus lauter kleinen Inseln, die über Brücken miteinander verbunden sind. Eine Meerwasser-Entsalzungsanlage und konsequentes Recycling machen die Stadt für VIPs aus aller Welt attraktiv. So hatte z.B. Omar Sharif seine eigene Insel. Zwei große Marinas bieten ca. 200 Schiffen bis 60m Länge Platz. El Gouna hat zur Zeit ca. 20.000 Einwohner und soll gemächlich doppelt so groß werden.

Drei große 5-Sterne Resorts (das Mövenpick Resort & Spa, das Steigenberger Golf Resort und das Sheraton Miramar Resort) und über 20 weitere Hotels stehen für Touristen offen.

Nummer Eins für uns ist das Fünf-Sterne-Steigenberger Golf Resort El Gouna, es liegt direkt gegenüber dem von Gene Bates und Fred Couples designten 18-Loch-Golfplatz ‚El Gouna Golf Club‘.

Die ersten 9 Löcher dieses Courses sind seit 1999, die anderen seit 2000 spielbar – und es gelten die DGV-Regeln!

Markant und von weitem gut erkennbar ist der Golfplatz durch seinen Aussichtsturm – die ganze Lagunenstadt und der Golfplatz liegen einem zu Füßen. Zwei Pros bieten flexibel und individuell Anfängern und geübten Spielern ihre Hilfe an. Grundsätzlich spricht man Englisch, allerdings verstehen die Pros und das Personal im Clubhaus/Proshop auch Deutsch.

Das 30 Personen starke Greenkeeper-Team pflegt den Platz unglaublich gut – die Grüns sind trotz der afrikanischen Sonne weich wie ein Teppich, die Fairways saftig und die Roughs für Europäer ungewohnt mit Kakteen und Wüstensand gestaltet. Die Bunker haben eine lustige Eigenschaft – je nach Luftfeuchtigkeit und Windrichtung wird der Sand an der Oberfläche steinhart – ich habe aus dem Bunker mit einem Holz(!) weiterspielen können.

Ein unverhofftes Ereignis hat dann unser IMG_9981Spiel kurz unterbrochen: Vom Steigenberger kam ein Hochzeitspaar und hat sich auf dem Fairway fotografieren lassen.

Die Aqua-Driving-Range hat vier kleine ‚Zielinseln‘, verschlagene Bälle landen in der Lagune, schwimmen im salzhaltigen Wasser und werden vom kräftigen Wind direkt wieder zurück an Land getrieben. Ein tolles Schauspiel.

Seit Anfang 2016 ist auch der von Karl Litten entworfene Par-72-Meisterschaftsplatz ‚Ancient Sands Golf Course‘ bespielbar. Eine besondere Herausforderung ist Bahn15, da muss man zwei mal über die Lagune spielen – bei Gegenwind keine einfache Aufgabe.

Mindest-Handicap für beide Anlagen ist 45.

Durch die wie ein Windkanal wirkenden westlich gelegenen Berge weht über El Gouna ein stetiger Wind – die Kite-Weltmeisterschaften wurden im September 2015 hier ausgetragen und man kann das ganze Jahr über Kites am Horizont sehen. Am Ortseingang befindet sich zudem eine große Wasserski-Seilzuganlage. Den Inseln vorgelagert ist ein großes Unterwasser-Abenteuerland – mehrere planmäßig versenkte Schiffe und die natürliche Korallenlandschaft sind ein Taucherparadies.

Kiter
Kites auf dem Roten Meer vor El Gouna

In El Gouna ist der Individualverkehr eingeschränkt. Die Bewohner und Besucher nutzen Shuttle-Busse und Taxis (TokTok), für die – einmalig in Ägypten – Festpreise gelten! Drei Buslinien fahren im 20-Minuten-Takt durch die Lagunenstadt und verbinden alle Inseln. Darüber hinaus bevölkern Boote, Yachten und Jetskies die türkisblauen Wasserstraßen.

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Nachmittags gegen 16:00 Uhr – Die Sonne über den Bergen im Westen.

El Gouna bietet mit 36 Inseln, 17 Sterne-Hotels, über 100 Restaurants, flächendeckendem (allerdings kostenpflichtigen) WLAN und 10 km feinstem Sandstrand (verteilt auf 5 Inseln) mit grandiosen Ausblicken auf Meer, Kiter oder Lagune eine unglaubliche Vielfalt an Natur und Luxus – eben Leben wie es sein sollte!

Schnabelina EasyBag für mich – RUMS #1

Heute RUMSt es bei mir!

Schon seit einer ganzen Weile stand die Schnabelina EasyBag auf meiner To-Sew-List.

Nachdem ich eine mehrfarbige Mini für Sohn1 schon letztes Jahr genäht hatte,  wollte ich auch gerne eine für mich.

Schließlich kamen mehrere Dinge zusammen:

1. Ich brauchte eine legere Handtasche für Geldbeutel, Telefon und ein paar Kleinigkeiten, für die Gelegenheiten, wo man nur mal schnell irgendwohin losdüst.

2. Ich habe einige meiner dunklen Jeans aussortiert, die an den Säumen zu abgetragen waren und

2a. die mir nicht mehr passen, weil sie inzwischen zu groß und ich zu schlank geworden bin!

3. Meine Recycling-Reißverschluß-Sammlung enthielt inzwischen ein paar taschengeeignete Exemplare.

Also habe ich den Schnitt herausgesucht, die Anleitung auf dem iPad aufgerufen und losgelegt! So sieht sie aus:

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Von vorne
Von hinten

Ich habe die äußeren Nähte der Hosenbeine als dekoratives Element behalten.

Von oben
Von oben

Der Traggurt ist wieder aus zwei recycelten Schlüsselbändern entstanden. Für einen kleinen Farbakzent habe ich rotes Garn benutzt.

Von innen
Von innen

Das Futter besteht aus einem ehemals rosafarbenen Herrenhemd, das ich für ein anderes Nähprojekt rot gefärbt hatte. Statt Reißverschlußinnentasche habe ich eine Stecktasche mit den selben Maßen angebracht. Vorher habe ich getestet, ob das Telefon reinpasst – und ja, es passt!

Und auch ein Schlüsselfinder darf nicht fehlen – ebenfalls aus meinen Beständen von Werbe-Lanyards angefertigt und eingenäht.

Jetzt trage ich meine EasyBag Mini ganz stolz mit meinem Label:

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Der Tragegurt ist relativ kurz, weil ich eine einseitig tragbare Schultertasche wollte. Wie sich neulich herausstellte, ist er aber lang genug, um die Tasche beim Fahrrad fahren auch diagonal zu tragen.  Praktisch!

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Werk. Ich musste zwar eine Naht auftrennen, weil ich beim Stecken unkonzentriert war, und nicht auf „Rechts-auf-rechts“ geachtet habe, aber sonst ging die Näherei flott von der Hand. Die Anleitung lässt aber auch wirklich keine Fragen offen.

So, jetzt ab zu RUMS und die anderen weiblichen Werke betrachten!

Liebe Grüße aus Z. am See

Dorit

verlinkt mit:
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RUMS
Taschen und Täschchen

Besuch im Schiffshebewerk Niederfinow 3. April 2016

Ingenieurskunst zum Anfassen – das Schiffshebewerk Niederfinow

An einem schönen Frühlingssonntag – es war Anfang April – fuhren wir von Berlin aus ca. eine Stunde lang in östlicher Richtung, um das älteste noch in Dienst stehende Schiffshebewerk Deutschlands anzusehen. Zunächst geht es bequem auf der gut ausgebauten Bundesstraße vorwärts, doch dann werden Stück für Stück die Straßen schmaler, huckliger und kurviger, bis man schließlich in Niederfinow ganz plötzlich am Schiffshebewerk angekommen ist. Direkt unterhalb des hoch aufragenden Bauwerks aus genietetem Stahl befinden sich das Informationszentrum und der Parkplatz. Die Kosten der Besichtigung sind moderat: 3 Euro Parkgebühr und 2 Euro Eintritt für Erwachsene, 1 Euro pro Kind.

Das sonnige Wetter hat viele Besucher hierher gelockt, der gut gefüllte Parkplatz zeigt es.

Übrigens ist das Schiffshebewerk ein beliebter Biker-Treff, und sicherlich nicht nur, weil Biker hier kostenlos parken.

Nachdem wir einen ersten Blick durch die noch kahlen Bäume auf das Stahlungetüm geworfen haben, müssen wir noch die Eintrittskarten kaufen. Entweder holt man diese am Automaten oder im Info-Zentrum.

Danach überqueren wir die Straße, denn dort ist das Eingangstor zum Besucher-Aufstieg. Das Schiffshebewerk verbindet ja die Havel mit der Oder über den Oder-Havel-Kanal. Eine Geländestufe von 36 Metern muss hier in Niederfinow überwunden werden. Das Besucherzentrum liegt auf der unteren Ebene, die eigentliche Besichtigung findet oben auf der Kanalebene statt. Also ist kraxeln angesagt. Anfangs geht es mit flachen Serpentinen langsam hügelauf, und die letzten Höhenmeter bewältigt man per Treppe.

Unterwegs eröffnen sich uns immer wieder interessante Einblicke, z.B. mitten durch das Schiffhebewerk unterhalb des Kanalkörpers oder auf die Baustelle des nebenan entstehenden modernen „großen Bruders“, das die Kapazität des Schiffsverkehrs mindestens verdoppeln und auch längeren Lastschiffen die Passage ermöglichen soll.

Oben angekommen, führt ein Fußweg an der Kanalbrücke entlang bis zum eigentlichen „Schiffsfahrstuhl“. Hier genießen wir den weiten Blick übers Land. Und ich habe ausgiebig von der Panoramafunktion der „Knipse“ Gebrauch gemacht 😉

Wer technisch interessiert ist, hat nun die Chance, das Schiffshebewerk aus nächster Nähe bei der Arbeit zu beobachten. Nur 5 Minuten dauert der Hebevorgang. Ein spannender Anblick!

Von hier oben hat man auch die beste Aussicht auf die Baustelle des neuen Schiffhebewerks. Eigentlich sollte es schon 2010, oder auch 2015 in Betrieb gehen, aber hier in Brandenburg gehen die Uhren anders. Hier wird die Zeit in BER gemessen: Brandenburgs Eigene (Zeit)-Rechnung ;-).

Mit dem Kopf voller Eindrücke wandern wir nun wieder hügelabwärts, um uns eine Stärkung am großen Imbissstand zu gönnen. Herzhaft-familiär geht es hier zu und die Currywurst mit Pommes sind lecker und echt preisgünstig.

Zum Abschluss noch eine kleine Plus/Minus- Liste:

Minuspunkte:

Das Personal im Besucherzentrum war unfreundlich :-(

Um vom Besucherzentrum zum eigentlichen Tor der Anlage zu kommen, muss man die Durchgangsstraße überqueren – es sind keine Fußgängerschutzeinrichtungen vorhanden.

Die Toilettenbenutzung auf dem Gelände ist trotz der Imbissgastronomie kostenpflichtig und ziemlich teuer.

Pluspunkte:

Es ist ein eindrucksvolles technisches Bauwerk und die Besichtigung findet bei laufendem Betrieb statt.

Für ganz Neugierige ist das Mitfahren in einem Schiff beim Heben und Senken möglich (kostet extra).

Es gibt einen großen Imbiss mit breitem Angebot auf dem Gelände und Restaurants in unmittelbarer Nähe.

Parkgebühr und Eintritt sind preiswert.

Fazit:

Es ist schon erstaunlich, was unsere Vorväter mit ihren mutigen Zukunftsvisionen erschaffen haben! Seit 1934 ist das Schiffshebewerk in Betrieb und hatte seither nur ganz wenige technische Störungen. Ein wirklich beeindruckendes Zeugnis deutscher Ingenieurskunst! Es lohnt sich, einen Abstecher hierher zu unternehmen, wenn man im Raum Berlin unterwegs ist.

Liebe Grüße aus Z. am See

Dorit

… über das Schöne in der Welt